Papperlapapp

Aufgrund der Kommunalwahlen sind unsere Städte wieder einmal zugemüllt mit Wahlplakaten. Nicht wenige Bürger regen sich über diese massive Umweltverschmutzung und Geldverschwendung auf. Das lässt die etablierten Parteien aber kalt. Sie spammen auf ihren Plakaten weiterhin meist einfallslos, dumm, nicht wahrheitsgemäß oder in beliebigen Kombinationen. Angesichts mancher Plakate fragt man sich: Was soll man von Parteien halten, die sich so zum Gespött der Wähler machen?
Fangen wir mit der SPD an, die den OB der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden stellt. Auf den Wahlplakaten der SPD lesen wir »Verlässlichkeit«. Was soll diese Phrase? Schauen wir die real existierende Ergebnisse der SPD-Politik der letzten Jahre an: Manche Straßen Wiesbadens haben teilweise so tiefe Schlaglöcher, dass man Schäden an seinem PKW befürchten muss oder mit dem Fahrrad gefährlich stürzen könnte. Wenn überhaupt, repariert die Stadt die Strassen so notdürftig, dass einem die Lust am Fahren darauf vergeht. Fazit: »verlässlicher Pfusch«
Wiesbaden ist eine der wenigen deutschen Städte, die den zweiten Weltkrieg mit sehr wenigen Gebäudeschäden überstanden haben. Die Stadt hat sich infolgedessen vor Jahren darum bemüht, als Weltkulturerbe anerkannt zu werden. Im Zuge dieser Bewerbung hätte man das Stadtbild verbessern können. Ex-Stadtplanungsdezernen Jörg Jordan sagte damals sehr richtig dazu, dass sich die Stadt nicht für ihre »bauhistorischen Schätze« interessiere. Die neue Regierung setzt diese Politik nahtlos fort. Fazit: »verlässliche Verwahrlosung«
Viele Anwohner in Wiesbaden-Erbenheim und angrenzenden Gemeinden wie zum Beispiel Hochheim beklagen sich über den nächtlichen Lärm, der von den Truppenübungen der US-Kampfhubschrauber der nahegelegenen Militärbasis ausgeht. Trotz immer besserer Flugsimulatoren gibt es immer noch Nachtflüge der US-Army bis 2 Uhr früh – das sogenannte Sommernachtsflugprogramm. Proteste der Bürger hat die Stadt Wiesbaden seit Jahren abgewimmelt. Fazit: »Verlässlich die Gesundheit der Bürger vernachlässigen«
Was sagen die autofreundlichen »freien Wähler« dazu? Die Aiwanger-Partei möchte laut ihren Plakaten das umstrittene Verkehrsdezernat neu besetzen. Hintergrund sind unter anderem die von der Wiesbadener Regierung eingeführten Pförtnerampeln. Sie sorgen auf der Berliner Straße für lange Staus auf den Zufahrtswegen in die Landeshauptstadt. Auch die verwirrend verschiedenen Tempolimits (30, 40, 50) sind Thema der »freien Wähler« – eine klare Retourkutsche an die Grünen, die den Wiesbadener Verkehrsdezernenten stellen.
Was fällt den Grünen dazu ein? Da sieht man auf den Wahlplakaten der Partei stilisierte Menschen, die gerade Sport treiben. »Mehr möglich machen – Bewegung für alle« ist das Motto. Auf einem weiteren Wahlplakat sieht man einen Jungen gegen einen älteren Menschen Schach spielen. Der jüngere sagt zu dem älteren »Schachmatt« und der ältere entgegnet mit »Das Crazy!«. Dazu die passende Phrase: »Mehr möglich machen – Teilhabe für Senior*innen« Man gewinnt den Eindruck, dass sich die Legalisierung von Cannabis auf die Grünen-Plakate auszuwirken beginnt.
Könnte die CDU vielleicht etwas Vernunft beisteuern? Spitzenkandidatin Daniela Georgi lächelt auf uns herab: „Angst? Sicherheit“ können wir dort lesen. Auf einem anderen Plakat steht: »Stau? Auflösen«. Sie meint damit die in diesem Beitrag bereits erwähnten „Pförtnerampeln“. Daniela Georgi scheint aber mehr für ein Spiel zu werben, das sich in Seniorenheimen großer Beliebtheit erfreut und bei dem es darum geht, Wortpaare zu finden. Auf Wiesbaden angewendet, könnte man das angesichts der genannten Wahlplakat-Beispiele entgegnen: „Politik? Papperlapapp!“
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